Thema
Aufmerksamkeitsökonomie
Wenn Aufmerksamkeit zur knappen Ressource wird, ordnet sich alles Nachgelagerte — Medien, Wert, Wahrheit — um ihre Erfassung neu.
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Der Wert von Aufrufen
Ein Aufruf ist das Atom der Aufmerksamkeitsökonomie — und fast niemand fragt, was er tatsächlich wert ist, oder wem. An Aufrufen gemessen, optimiert alles für Aufrufe; und der Wert des Gesehen-Werdens löst sich still vom Wert dessen, was gesehen wird. Die Kennzahl frisst den Wert, den sie verfolgen sollte.
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Das Wesen der Medien
Ein Medium ist kein neutrales Rohr, das Inhalt unverändert trägt. Es hat eine Maserung — Dinge, die es einfach macht, und Dinge, die es schwer macht — und diese Maserung selektiert, was die Passage überlebt. Das Wesen eines Mediums ist nicht, was es trägt, sondern was es belohnt. Aufmerksamkeitsmedien belohnen eine Sache, und es ist nicht Wahrheit.
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Aufmerksamkeit als Währung
Aufmerksamkeit hat jede Eigenschaft von Geld — knapp, tauschbar, anhäufbar, in Macht konvertierbar — mit einem brutalen Unterschied. Geld kann man zurückverdienen. Die Aufmerksamkeit, die man ausgibt, wird direkt von einem endlichen Leben subtrahiert. Die darauf aufgebaute Wirtschaft ist daher kein Tausch, sondern eine Extraktion.
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Die Herstellung von Relevanz
Was dir dringend und wichtig erscheint, wird zunehmend nicht entdeckt, sondern produziert — hergestellt von Systemen, die auf Erfassung optimieren und die alten Hebel von Neuheit und Empörung betätigen. Wenn Relevanz personenspezifisch und im Maßstab hergestellt wird, ist ein geteiltes Gefühl dafür, was zählt, das erste Opfer, und eine gemeinsame Realität das zweite.
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Das Publikum, das nicht menschlich ist
Die Aufmerksamkeitsökonomie setzte einen Menschen an jedem Ende voraus — einen echten Geist, den man erfassen kann, einen echten Geist, für den man auftritt. Diese Annahme löst sich auf. Wenn der Inhalt synthetisch ist, das Engagement automatisiert und das Publikum vielleicht Maschinen sind, fällt der Wert eines Aufrufs auf null, und eine Frage bleibt stehen: Ist überhaupt jemand da?
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